Namaste,
warum übe ich Yoga? Wann übe ich eigentlich? Was macht es mit mir? Was bedeutet es für mein Leben?
Das großartige Geschenk, das wir erhalten, wenn wir Achtsamkeit und Mitgefühl in unser Leben bewusst einladen, ist die Verbindung miteinander. Sie ermöglicht uns, gemeinsam zu wachsen und von einander zu lernen. Dafür ist gemeinsame Zeit unglaublich wichtig: das kann das “Miteinander auf der Matte üben” sein, ein interessantes Gespräch, eine gemeinsame Meditation nach einer Wanderung, gemeinsames Tanzen u.v.m.
Wir sollten — auch wenn es nur für einen Augenblick ist — jeden Tag, ganz bewusst, den Fokus auf das bewusste Miteinander zu legen.
Wann sollen wir das tun?
“Ich habe keine Zeit“ kann auch heissen „Das ist nicht meine Priorität“
Was sind die Hindernisse auf diesem Weg?
Das Yoga-Sutra kennt dazu folgendes:
In den drei Versen 1.30–32 gibt Patanjali in grossartiges Werkzeug: Wenn wir feststecken, können wir anhand der neun Hindernisse sehen wo wir feststecken.
1.30. व्याधि स्त्यान संशय प्रमादालस्याविरति भ्रान्तिदर्शनालब्धभूमिकत्वानवस्थितत्वानि चित्तविक्षेपाः ते अन्तरायाः
vyādhi styāna saṁśaya pramāda-ālasya-avirati bhrāntidarśana-alabdha-bhūmikatva-anavasthitatvāni citta-vikṣepāḥ te antarāyāḥ„Die Hindernisse auf dem Weg zur Klarheit sind Krankheit, Trägheit, Zweifel, Gleichgültigkeit, Faulheit, Verlangen nach Vergnügen, Täuschung, die Unfähigkeit zur Konzentration und Ruhelosigkeit des Geistes.“
1.31. दुःखदौर्मनस्याङ्गमेजयत्वश्वासप्रश्वासाः विक्षेप सहभुवः
duḥkha-daurmanasya-aṅgamejayatva-śvāsapraśvāsāḥ vikṣepa sahabhuvaḥ„Schmerz, Verzweiflung, Unruhe und unregelmäßige Atmung sind die Symptome dieses verwirrten Geisteszustandes.“
Wir streben nach Licht und Leichtigkeit, aber es gibt auch Kräfte in uns, die nach unten zur Dunkelheit und Zerstreuung streben. Diese Kräfte erzeugen Reibung und damit auch Hindernisse. Ein Teil von uns will gerne in den gewohnten Mustern bleiben und wehrt sich gegen die Bewusstwerdung. Es ist das Ego und das damit verbundene Unterbewusste, welches Angst hat vor der Veränderung.
Die Erfahrung dieser vielen Hindernisse ist eine normale Begleiterscheinung auf unserem Weg. Sie werden zwar mit der Zeit deutlicher, werden sich aber immer wieder versuchen in den Weg zu stellen. Es gilt Gleichmut und Gelassenheit zu entwickeln und dann die Hindernisse zu überwinden.
Der eigenen Yogapraxis geben wir dadurch eine ganz andere Bedeutung. Es ist eine Möglichkeit jeden Moment ganz bewusst zu erleben.
