Warum Zwer­ch­fel­lat­mung so wichtig ist:

Lei­den Sie unter lästi­gen Schul­ter­schmerzen, obwohl Sie sich nicht ver­let­zt haben? Fühlt sich Ihr Nack­en verspan­nt an und Sie ver­ste­hen nicht, war er trotz Behand­lun­gen nicht bess­er wird? Fühlen Sie sich aufge­bläht und erschöpft? Haben Sie Schwierigkeit­en mit Reflux? Angstzustände und Bek­lem­mungs­ge­füh­le? Hüftschmerzen ohne erkennbaren Grund? 

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Diese und viele andere Schmerzen kön­nen durch inef­fek­tive Atmung aus­gelöst oder aufrechter­hal­ten wer­den. Wenn wir aufge­fordert wer­den, tief einzu­at­men, ziehen die meis­ten von uns die Schul­tern bis zu den Ohren hoch. In diesem Brus­tat­mungs-Modus arbeit­en unsere Nack­en- und Schul­ter­muskeln beson­ders hart, was bedeutet, dass wir Symp­tome wie Nack­en,- und Schul­ter­schmerzen entwick­eln kön­nen, da wir diese soge­nan­nte Atemhil­f­s­musku­latur über­mäßig beanspruchen. Diese Symp­tome sind oft bei Men­schen zu beobacht­en, die an Asth­ma lei­den, da sie diese Hil­f­s­muskeln mehr nutzen als gesunde Menschen.

Was ist also der Unter­schied zwis­chen Brus­tat­mung und Zwer­ch­fel­lat­mung (Bauchatmung)und warum ist es so wichtig, wie wir atmen, solange wir die Lun­gen mit Luft füllen? Warum wird so viel über Zwer­ch­fel­lat­mung gesprochen und in Yoga,- Med­i­ta­tions,- und Breath­work­Stun­den forciert?

Das Zwer­ch­fell ist ein großer, kup­pelför­miger Muskel, der den Boden des Brustko­rbs aus­macht. Beim Einat­men zieht es sich zusam­men und flacht ab, wodurch ein Unter­druck entste­ht und die Luft pas­siv in die Lunge ein­strömt. Bei ruhiger Atmung bewegt es sich etwa 2–3 cm bei jedem Atemzug und bei tiefer Atmung sog­ar bis zu 10 cm! 

Das Prak­tizieren der Zwer­ch­fel­lat­mung hat zahlre­iche Vorteile

• Die Auf- und Abwärts­be­we­gung des Zwer­ch­fells hat eine pumpende Wirkung und bewegt die Organe ober­halb des Zwer­ch­fells im Brus­traum (Herz, Lun­gen) sowie die Organe unter­halb des Zwer­ch­fells im Bauchraum (Ver­dau­ung­sor­gane wie Magen und Dünn-/Dick­darm; Leber, Nieren, Bauch­spe­ichel­drüse und Milz sowie die Beckenor­gane) bei jedem Atemzug. So wie Muskeln und Gelenke mobil bleiben müssen, um ihre opti­male Funk­tion zu erfüllen, müssen auch Organe frei beweglich bleiben. Wenn wir unser Zwer­ch­fell nicht richtig benutzen, kann dies dazu führen, dass die Mobil­ität der Organe eingeschränkt wird, was zu Prob­le­men wie venös­er und lym­phatis­ch­er Stau­ung, Ver­dau­ung­sprob­le­men, Reflux und reduziert­er Ent­gif­tung über die Leber führen kann. Eine in ihrer Beweglichkeit eingeschränk­te Leber kann Schmerzsig­nale an das Rück­en­mark senden, die vom Gehirn als Schmerzen in der Schul­ter inter­pretiert wer­den, anstatt im Organ. Dieser soge­nan­nte über­tra­gene Schmerz ist der Grund, warum wir Schmerzen in der recht­en Schul­ter ver­spüren kön­nen, die auf keine manuellen Behand­lun­gen ansprechen, weil die tat­säch­liche Ursache der Schmerzen in der eingeschränk­ten Mobil­ität der Leber liegt (was wiederum eine Folge der Zwer­ch­fellspan­nun­gen sein kann). 

• Das Zwer­ch­fell und der Beck­en­bo­den bewe­gen sich syn­chron bei der Atmung. Eine Ein­schränkung im Zwer­ch­fell wirkt sich oft neg­a­tiv auf die Funk­tion des Beck­en­bo­dens aus. 

• Organe sind über Bän­der und Faszien fest mit der Kör­per­wand ver­bun­den. Ist ihre Beweglichkeit eingeschränkt, überträgt sich dieser Zug auf Wirbel­säule und Muskeln – das kann zu Schmerzen und Steifheit führen.

• Richtiges Zwer­ch­fel­lat­men hil­ft entschei­dend dabei, das Blut gegen die Schw­erkraft zurück zum Herzen zu leit­en. Durch die Sog­wirkung des Zwer­ch­fells wird der venöse Rück­fluss opti­miert. Fehlt diese Pump­be­we­gung, kön­nen sich Stau­un­gen im Bauch­bere­ich und den Beinen bilden.

• Die Zwer­ch­fel­lat­mung ist ein zen­traler Mech­a­nis­mus zur direk­ten Stim­u­la­tion des Vagus­nervs, der für Ruhe und Entspan­nung sorgt. Tiefes Einat­men in den Bauch und langsames Ausat­men aktivieren diesen Nerv, was Herzfre­quenz und Stresshormone senkt. Zwer­ch­fel­lat­mung dient als effek­tives Werkzeug zur Selbstregulation.

• Forschungsergeb­nisse deuten darauf hin, dass eine Vielzahl stress­be­d­ingter Ver­hal­tensstörun­gen und medi­zinis­ch­er Beschw­er­den – wie Schlaflosigkeit, Panikstörun­gen, gen­er­al­isierte Angst­störun­gen, Bluthochdruck, Kopf­schmerzen und nicht-kar­diale Brustschmerzen – eben­falls von Zwer­ch­fel­lat­mung­stech­niken prof­i­tieren können.


Dies zeigt, dass die Vorteile der Bauchat­mung weit über „mehr Luft in die Lun­gen aufnehmen“ hin­aus­ge­hen. Zwer­ch­fel­lat­mung bee­in­flusst jede Struk­tur in unserem Kör­p­er, auf anatomis­ch­er, phys­i­ol­o­gis­ch­er und auch emo­tionaler Ebene. Atemübun­gen sowie manuelle Ther­a­pi­en wie z.B Osteopathie kön­nen helfen, Span­nun­gen zu lösen und dadurch den Kör­p­er als Ganzes pos­i­tiv zu beeinflussen.

Ver­fasst von Bri­ta Gras­er, Osteopathin. Mehr Infor­ma­tio­nen unter www.brita-bodywork.com