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Hans Rieger

Wie ist Yoga in Dein Leben gekom­men, Hans?

So richtig vor sechs Jahren, mit Unter­brechung. Allerd­ings habe ich mich bere­its Anfang der 90-er Jahren mit Yoga beschäftigt, aber eher von der men­tal­en Seite her. Früher machte ich viel Pilates und Atemtech­niken im Rah­men meines Marathon-Train­ings. Während ein­er Geschäft­sreise in Pune, Indi­en, besuchte ich mit mein­er Frau Nan­cy (Krüger; Anm. Link zu ihrem Pro­fil?) den Ashram von Osho, der ja nicht unbe­d­ingt der typ­is­che indis­che Ashram ist (lacht). Auf jeden Fall war es Nan­cy, die in Indi­en einen Zugang zum Yoga gefun­den hat und über sie bin ich auch immer mehr hineinge­zo­gen wor­den. Anfangs war es rein kör­per­lich ein guter Aus­gle­ich zu meinem Lauf-Hob­by. Ein­prä­gende Lehrer in Wien waren für mich u.a. Gino Unter­hofer und Son­ja Rössler.

 

Welche Ein­heit unter­richt­est Du im Feel­go­od­stu­dio?

Ich unter­richte dien­stags und don­ner­stags je eine Mor­genein­heit. Der Fokus mein­er Stun­den liegt auf Dehnung und Bal­ance, auf Kräf­ti­gung und Konzen­tra­tion, und auf ein gutes Warm-Up. Eine aus­gedehnte Aufwärm-Phase finde ich ger­ade bei uns Män­nern beson­ders wichtig. Meine Schüler sollen hellwach und mit glasklarem Kopf in den weit­eren Tag hineinge­hen: gefordert, aber den­noch nicht erschöpft.

 

Mit welch­er Ein­stel­lung sollte man Deine Stunde besuchen?

Mein­er Ein­heit liegt keine Dog­matik zugrunde. Jed­er kann aus der Stunde so viel her­aus­nehmen, wie er ger­ade aufzunehmen bere­it ist. Wenn du mal nicht so gut drauf bist, wirst du also eher weniger tief in eine Übung hineinge­hen oder dir deine Pausen nehmen. Es geht auch darum, eine gewisse Scheue abzubauen und sich nicht zu schä­men, wenn man mal keine gute Fig­ur macht. Und wenn es mir gelingt, bei den Män­nern so ein biss­chen die Com­pe­ti­tion her­aus zu nehmen, dann habe ich schon viel erre­icht, würde ich sagen (schmun­zelt).

 

Wie hat Yoga die Ein­stel­lung zu deinem Leben verän­dert?

Ich denke, es hat mich in ver­schieden­er Hin­sicht flex­i­bler und unvor­ein­genommen­er gemacht. Beson­ders in Zeit­en, in denen ich anges­pan­nt war, hat es mich gelehrt, loszu­lassen, die Dinge mehr laufen zu lassen und mit neuen Kräften wieder auf sie zuzuge­hen. Für mich ist Yoga eine Leben­se­in­stel­lung, die einem in Zeit­en eines kri­tisch zu betra­ch­t­en­den wirtschaftlichen und poli­tis­chen Umfeldes pos­i­tive Energien spendet. Die Sichtweise des yogis­chen Lebens ist naturgegeben eine andere als unsere indok­trinierte Welt­sicht der Prof­it­max­imierung und des Wet­tbe­werbs, in der es darum gehen soll, sich so viel wie möglich vom Kuchen zu nehmen. Yoga lehrt mich, dass man auch mit weniger zufrieden und glück­lich sein kann und es führt mich mehr in die Rich­tung meines inneren Poten­tials. Obwohl ich von dort noch weit weg bin (lacht)! Da brauche ich mir nur meinen kleinen Sohn Paul anse­hen: meinen wahren Lehrmeis­ter.

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