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Felice Drott

Mag.

Für Felice bedeutet Yoga die Frei­heit jedem Moment offen zu begeg­nen. Yoga zu unter­richt­en gibt Felice einen unendlichen Freiraum der Stille, Weite und Lebendigkeit. Durch die Erweiterung der kör­per­lichen Möglichkeit­en wer­den auch starre und begren­zende Gedanken in Bewe­gung ver­set­zt und Prob­leme über­wun­den. Diese Wirkung ist nach jed­er Yogas­tunde in der Gruppe für Felice deut­lich spür­bar und die größte Moti­va­tion zu unter­richt­en. Ihre Yoga-Stun­den sind geprägt von kreativ­en Flowse­quen­zen mit Asthanga und Yogather­a­pie-Ein­flüssen. Fokussierte Bewe­gun­gen und die Ent­deck­ung der Leichtigkeit ste­hen dabei im dynamis­chen Wech­sel­spiel.

Felice ist zer­ti­fizierte Yoga-Lehrerin (RYT-200). Im Mit­telpunkt ihrer Prax­is und Weit­er­bil­dung ste­hen Qi Gong, Ash­tan­ga Yoga, Mind­ful­ness und Yoga als Ther­a­pie. Auf ihrem Yogaweg begleit­en sie u. a. Natasa Cvetkovic, Michael Stone, Shri O.P. Tiwari, Paul Dal­laghan und Doug Keller.

Welche Ein­heit­en unter­richt­est Du und wie sind Deine Stun­den aufge­baut?
Ich unter­richte Basic- und Open-Lev­el-Stun­den. Meine Stun­den beginne ich immer dynamisch mit Son­nen­grüßen und set­ze dann, der Ash­tan­ga-Tra­di­tion fol­gend, Schw­er­punk­te: etwa auf Drehbe­we­gun­gen, auf Rück­beu­gen oder auf Hüftöffn­er. Zu Beginn der Ein­heit gibt es eine kurze Med­i­ta­tion, vorzugsweise mit Fokus auf eine natür­liche, fließende Atmung; wie in der Zen-Med­i­ta­tion – ganz reduziert: Ich will die Leute in den Moment holen. Durch die Ein­heit des Atems, der Bewe­gung und des Fokus entste­ht dann der soge­nan­nte “Flow”.

Gibt es Emo­tio­nen, die Deine Schüler außer­halb des Yog­a­raumes lassen soll­ten, oder gilt bei Dir das Mot­to Come As You Are?
Jed­er kann immer so kom­men, wie er oder sie ger­ade drauf ist, aber ich merke schon dass sich die Leute, die oft zur Stunde kom­men, gle­ich zu Beginn der Ein­heit von dem tren­nen kön­nen, was sie geistig beschäftigt und ihre Gedanken zur Ruhe kom­men lassen. Schüler, die erst drei-, vier­mal hier waren, iden­ti­fizieren sich noch sehr vehe­ment mit ihren Gedanken und Prob­le­men. Wenn ich sie dann schon öfter auf der Mat­te sehe, ist ihnen anzumerken, dass sie diese Gedankenkon­struk­te von ihrem wesentlichen Selb­st lösen kön­nen und ganz ein­fach frei wer­den, offen für jeden neuen Moment. Das ist auch der Sinn und Effekt der Asana-Prax­is: über die Bewe­gun­gen des Kör­pers in einen med­i­ta­tiv­en Zus­tand zu kom­men. Aber natür­lich sind die Asanas in dieser Hin­sicht nur der Anfang. Deshalb sage ich auch während Savasana (Ruhe­p­o­si­tion; Anm.) Mantras an, um die Leute nicht ein­fach so liegen zu lassen, mit ihren neg­a­tiv­en Spi­ralen oder sich wieder­holen­den Gedanken­mustern. Ich lade die Schüler zum Ende der Stunde auch zum Sin­gen eines Mantras ein. Und wenn jemand abso­lut nicht sin­gen will, und sich inner­lich gegen dieses Mantra wehrt, dann hat er oder sie wenig­stens nur einen Gedanken, näm­lich den Hass auf das Mantra, und nicht tausend andere Gedanken (lacht).

Erleb­st Du als Lehrerin auch manche mit­men­schlichen Wand­lun­gen Dein­er Schüler mit?
Ja, natür­lich! Anfänglich kom­men manche Leute in die Stunde, ver­mei­den Augenkon­takt mit anderen, suchen sich „ihren“ Platz im Raum – das ist immer in ein­er Ecke. Dann wird daraus beim übernäch­sten mal die andere Ecke des Raumes, dann wieder eine andere. Es dauert oft Monate bis jemand ganz sprich­wörtlich aus der Ecke her­auskommt, die Mitte find­et und das Miteinan­der sucht. Dann fre­un­den sie sich mit jeman­dem an. Als näch­stes schränkt sich die Kom­mu­nika­tion nicht mehr nur auf diese Bezugsper­son ein, son­dern auch auf andere, mit denen sie auf ein­mal draußen im Tee-Bere­ich nach der Ein­heit das Gespräch suchen. Viele Neuzugänger im Yoga sind von ein­er großen Selb­stkri­tik und teil­weise auch von ein­er Selb­stzer­störung geprägt. Durch eine regelmäßige Prax­is wird der Umgang mit sich sel­ber gewalt­los­er und san­fter. Yoga macht ja bekan­ntlich nicht nur den Kör­p­er flex­i­bler.

Was möcht­est Du Deinen Schülern in ihr Leben mit­geben?
Was ich meinen Schülern bieten möchte, ist die Möglichkeit in ein­er behüteten Atmo­sphäre abzuschal­ten. Jed­er Men­sch hat in seinem Leben irgen­dein Prob­lem, von dem er sich nur schw­er lösen kann, und dass er nicht ein­fach weg­denken kann, aber um diese The­men herum gibt es oft einen unglaublichen Lei­dens­druck, der im Grunde nur pro­jiziert und kon­stru­iert ist – aus der Ver­gan­gen­heit oder aus einem Zukun­fts­bild her­aus, das wiederum aus der Ver­gan­gen­heit gespeist ist. Es geht darum, diese drama­tisierten Pro­jek­tio­nen vom eigentlichen Prob­lem zu lösen und sich wahrhaftiger mit Leben­s­the­men auseinan­derzuset­zen.

Wie hat Yoga Deine eigene Lebensper­spek­tive verän­dert?
Um ein besseres Kör­per­be­wusst­sein zu entwick­eln, habe ich schon immer Sport betrieben und auch asi­atis­che Kampfkün­ste und Qi Gong. Yoga hat mir ein holis­tis­ches Sys­tem geboten, das mich kör­per­lich, geistig und mit­men­schlich weit­erge­bracht hat. Yoga ist für mich die allum­fassende Lehre vom Men­sch­sein.

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